We We’ll Jazz

Die Garagenzeit ist vorbei.

Der Kern von WakeUp entsprang aus einem Teil der Kirchenband von St. Barbara. Dieser Kern hatte eine Mission. Die vier Jungs wollten Musik machen. Und zwar nicht irgendeine, sondern Die Musik. So begann das ‚Übel’ seinen Lauf zu nehmen. Allerdings entstand die Band nicht sofort bei der ersten Begegnung. Der Ort welcher, wo sie sich zum ersten Mal trafen, war kein geringerer, als das katholische Jugendbüro in Freiburg (Jubü). Dort sprang der Funke mit einem Jahr Verspätung und beim zweiten gemeinsamen Auftritt endlich über.
Mit Saxofon, Schlagzeug, Bass und einem Klavier ausgestattet, waren sie jedoch bald nicht mehr aufzuhalten. Jedoch wie alle begabten Menschen, brauchten auch diese irgendwann einmal Unterstützung. Sie kam zuerst in weiblicher, singender Form und dann mit einem jungen Mann, dessen Lieblinge Perkussion und Vibraphon waren (sind). So wüteten sie in der Garage, die eigentlich ein Konzertsaal in Littenweiler war, brachten ihre Instrumente und die Stimmbänder zum glühen und verließen sie nur selten, für Nebensächliche Dinge wie, Familie, Schule, Schlafen und Freunde. Doch die vielen Stunden des Probens mussten sich wohl gelohnt haben, denn bald darauf verließen sie die Garage und gaben ‚erste Konzerte’.

Die Musik in meinen Ohren? Für manche ist es ein Ureinwohner Australiens, der auf seinem Didgeridoo spielt. Beethovens 5. oder 9. Sinfonie. Ein Stück von anderen Klassischen Größen wie Mozart, Brahms, Schubert oder Chopin. Ein Trommler, der irgendwo in Afrika zu einem für uns fremden Rhythmus auf seine Trommeln schlägt. Oder vielleicht das leise Rauschen und Säuseln in einer leeren Muschel. Das Konzert der Vögel, die morgens den neuen Tag begrüßen. Die kleine Schwester, die begeistert auf ihrer Blockflöte spielt und vom Wiener Staatsorchester träumt, der große Bruder der im Keller auf das Schlagzeug haut und einmal ein berühmter Rockstar werden will. Oder doch die Helden der Generation unserer Eltern, wie die Beatles, Jimi Hendrix, die Rolling Stones, Kiss oder Led Zepelin.

Für WakeUp ist Die Musik in ihren Ohren Jazz und Soul. Jazz macht einfach Spaß, er ist locker und fröhlich aber trotzdem ein bisschen anspruchsvoll und wie bei vielen anderen Dingen auch, freut man sich über jeden neuen Erfolg.
Doch ganz egal, was für jeden Einzelnen die Musik in seinen Ohren ist, denn Musik hängt immer vom Standpunkt ab, für viel ist Musik (altgr: ‚musische Kunst‘) mehr als die organisierte Form von Schallereignissen (Definition aus einer freien Enzyklopädie).
Für den Bassisten von WakeUp ist Musik, um es mit Karl Marx Worten auszudrücken, das Opium des Volkes. Sie holt ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn er mal einen ganz besonders schlechten Tag erwischt hat und es macht ihn sozusagen ‚High’, wenn er mit seiner Band so richtig ‚abgeht’. Das ist vielleicht auch der Grund, warum er fast nur bei Gesprächen keine Musik hört und sich selber als ‚Dauermusikhörer’ bezeichnet.
Aber nicht nur die Musik an sich ist das wundervolle, sondern auch die Zusammenarbeit mit anderen jungen Menschen. Viele können Ihr Instrument gut oder sehr gut spielen, doch wenn sie dann in einem Duo spielen, dann hört es sich auf einmal nicht mehr so gut an, wie wenn sie alleine spielen. Es kommt drauf an, auf die anderen zu hören und sich auf sie und ihren Rhythmus einzulassen. Wenn man mit anderen zusammen musiziert, dann lernt man sehr viel.
Eine Band ist eine Gemeinschaft die auf der Grundlage des gemeinsamen Hobbys gegründet wurde. Eine Band ist cool, bedeutet viel Spaß, ab und zu ein bisschen Streit. Sie ist aber auch ein Ort, an dem man sich oft verstanden fühlen kann, wenn man mit dem Rest der Welt einmal nicht so ganz zu recht kommt.

Zur Musik kam er wie wohl die Meisten, daheim, im Wohnzimmer stand ein Klavier. Der Klavierlehrer kam und ging und irgendwann wurde es zur Herausforderung, Jazzstücke auf dem Klavier zu spielen. So kam dann der Bass. Und mit ihm auch so einige Vorteile. Anscheinend sind Mädchen irgendwie von Jungs, die Musik machen, fasziniert…

Die Band kam zu ihrer großen Liebe, dem Jazz, durch einen Film. Die Blues Brothers inspirierten sie so sehr, dass sie den Musikstil, der im zwanzigsten Jahrhundert in Amerika entstand und hauptsächlich die Musik afroamerikanischer Menschen war, übernahmen. Doch neben dem Jazz gibt es noch eine andere Richtung. Popmusik.
Jazzmusik und Pop sind vielleicht nicht gerade die zwei Musikrichtungen, die man in einem Atemzug erwähnt. Aber wie viele Jugendlich, haben auch die von WakeUp den Traum, vielleicht einmal berühmt zu werden und von ihren Talenten leben zu können. Deshalb schreiben sie ‚Popsongs’. Im Moment arbeiten sie an einem Ohrwurm, ein Lied, dass man einmal hört und dessen Melodie man nie wieder vergisst, ein Lied, bei dem alle sagen, ‚wart mal, von wem ist das denn noch mal?’. Ein Lied mit dem sie vielleicht sogar zum Stadtgespräch von Freiburg werden können. Sie befassen sich jedoch nicht nur mit ‚Ohrwürmern’, sondern auch mit solchen, die die Gesellsaft und ihre Situation kritisieren. Also Themen, die viele Menschen in unserem Alter beschäftigen. Und auch dafür ist der Freund und Helfer, die Musik da.
Aber trotzdem allem bleibt die Liebe zum Jazz, auch wenn man solche Stücke nur schwer selbst komponieren und texten kann. Zum Glück gibt es viele berühmte und erfolgreiche Jazzmusiker, an deren Stücken man sich voll und ganz austoben kann. Denn die Mission der Band lautet: die Popularisierung des Jazz im einundzwanzigsten Jahrhundert bei Jugendlichen!
In meinen Augen ist das eine gewagte und unrealistische Mission, denn Jazzmusik ist nicht unbedingt die Sorte Musik, die Menschen in unserem Alter hören. Jugendliche hören aus den verschiedensten Gründen Musik, weil sie es zum Leben brauchen, weil sie nicht eine Stunde in ‚der Stille’ joggen gehen wollen, oder weil sie manchmal nicht mit ihren Gedanken alleine sein wollen. Aber die Musik, die man an vielen Orten zu hören bekommt, ist eher seltener Jazz. Rock, Pop, Hip- Hop, Techno und House haben heute die Oberhand gewonnen. Und viele Jugendliche haben keine Lust, sich selbst Jazzmusik herauszusuchen und sich damit zu beschäftigen. Andere wiederum finden sie einfach zu langsam und zu schwach, was irgendwie kein Wunder ist, in einer Gesellschaft, in der unter anderem, die Schnelligkeit, die Zeit und die Stärke eine große Rolle spielen. Würden die Urväter des Jazz das mitbekommen, sie würden sich glaube ich sehr ärgern.
Aber man hat seine Geburtsstunde nicht umsonst im katholischen Jugendbüro. Durch gute Verbindungen und auch ein bisschen Glück, kamen die sechs zu einem großen und viel versprechendem Auftritt. Sie werden im Sommer nach Rom fahren, zusammen mit 10000 anderen Wallfahrern und werden dort mit ein paar bekannteren Musikern vor allen Wallfahrern spielen.
Vielleicht hört ihnen ja dort jemand zu, dem ihre Musik gefällt und der die Richtigen Mittel oder Connections hat. Und wer weiß, vielleicht wäre in 20 Jahren manch ein anderer gerne an meiner Stelle gewesen und hätte über die Anfänge der weltweit berühmten Band WakeUp geschrieben.

Romwallfahrt 2010

Jugendliche aus ganz Deutschland werden sich vom 01. August bis zum 06. August auf den Weg nach Rom machen. Dort werden sie viele Gottesdienste feiern, eine Papstaudienz haben und mit vielen anderen gläubigen Jugendlichen zusammen sein.

 

Das katholische Jugendbüro (Jubü)

Der Träger des Jubü’s ist die Katholische Gesamtkirchengemeinde Freiburg. Seine Tätigkeiten und Zuständigkeiten lassen sich ganz kurz mit der vierflügeligen Windmühle der Erzdiözese Freiburg beschreiben:  Bildung, Politik, Spiritualität und Freizeit. Das Jubü vereint Teams wie die Ministranten und die KJG unter einem Dach. Es bietet unter anderem Schnuppertage, Grundkurse und einen offenen Treffe (OT) an.

Mehr Infos unter:

http://www.katholische-kirche-freiburg.de/katholisches-jugendbuero-freiburg/

Adresse:

Kartäuserstraße 41

79102 Freiburg

 

Die Bandmitglieder:

Josef ‚Joe’ Heitzler

            Saxofon und Kleinpercussion

Sebastian Neumann

            Piano

Steffen Peters

            Bass

Gregor ‚Dr. Senf’ Wäschle

            Synthesizer, Percussion,

Vibraphon, Glockenspiel,

und einige andere Instumente

Simon Heitzler

            Schlagzeug

von Johanna Drews