Aufstellung U19

Aufstellung U19

Nachdem ich letzte Saison den Aufstieg des SC Freiburg in die 1.  Bundesliga miterlebt habe und da ich schon länger ein begeisterter SC Fan bin, kam mir die Frage, wie diese Spieler den Sprung in den Profifußball geschafft haben.

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Möslestadion

Die Jugendarbeit beim SC wird schon seit langen gelobt. Ich selber kenne verschiedene Leute aus meiner Region, die entweder mal in der Jugendabteilung des  Sportclubs gespielt haben oder noch dort spielen. Mich würde interessieren, wie  der Alltag dieser Jungs aussieht, wie weit sie zu den Spielen fahren und vor allem welche berühmten Namen die Fußballschule schon hervorgebracht hat.

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SC U19 gegen Mannheim

Über die Pädagogische Leitung Stefanie von Mertens ist es mir hoffentlich auch möglich etwas über das Leben im Internat zu erfahren. Über dies alles und über die Möglichkeiten, die eine Ausbildung in der Freiburger Fußballschule bietet, möchte ich gerne berichten.


Interviw mit Frau von Mertens am Mittwoch den 13.01.2010 um 16.00Uhr

Judith: Wie sind sie zur Freiburger Fußballschule gekommen?

Mertens: Ich hatte eine eher ungewöhnliche Biographie für den pädagogischen Bereich. Ich habe 1997 freiberuflich angefangen Deutschunterricht zu geben für die ausländischen Profis. Ich hatte Deutsch, Französisch und Spanisch studiert und dann noch ein Aufbaustudium für Deutsch als Fremdsprache in Freiburg gemacht. 1997 habe ich mich, als der Verein eine Reihe Spieler aus Afrika unter Vertrag genommen hat, beworben und habe Deutsch als Fremdsprache für diese Spieler angeboten. Daraufhin wurde ich eingeladen und habe einfach angefangen zu unterrichten. Doch mit normalem Sprachunterricht war es nicht getan, Spieler kamen mit Familien oder haben Familien gegründet. Themen wie Ärzte für die Frauen standen an oder Kindergärten, Kinderkrippen, Deutsch-Französische Grundschule, Wohnungsummeldungen, also alles was zur Alltagsbewältigung zählt. Daraufhin wurde ich für 50% fest eingestellt. Nicht als Deutschlehrerin sondern als eine Art Integrationsbeauftragte. Im Jahr 2001 wurde die Fußballschule gegründet und da brauchte man jemand für die Betreuung der Jungendlichen, aber auch für die ganzen Schulkontakte. Das habe ich zusammen mit einem Kollegen gemacht, der ausgebildeter Sozialpädagoge war aber inzwischen nich mehr bei uns arbeitet. Er hat im Prinzip am Anfang hier die meisten Dienste abgedeckt. Wir funktionieren ja wie ein Kinderheim, d.h es muss Tag und Nacht und auch am Wochenende jemand hier sein. Dieser Kollege war Cornelius W., der diese Aufgaben auch wahnsinnig engagiert gemacht hat. Für diese Aufsicht, nein es war ja nicht nur Aufsicht, war er zu Beginn zuständig. Er kommt eben auch vom Sport, also vom Fussball und wir haben uns da ganz gut ergänzt. Als er dann wieder nach Hannover zurückgegangen ist habe ich das zunächst alleine gemacht, mit ein paar Hilfskräften wie z.B. Zivis, die dann auch Aufgaben übernommen haben. Dann war ich sehr froh als mein Kollege Markus K. eingestellt wurde. Er war zuvor Mitarbeier im pädagogischen Team, also hat sein Studium hier fertig gemacht und hat aber auch schon während dem Studium hier Dienste übernommen. Seit seiner Einstellung 2005 haben wir zwei Pädagogen, das nennt sich pädagogische Leitung und das ist eigentlich optimal, weil wir zum einen diese Rundumbetreuung abdecken können und weil wir auch für die Jungs ein bisschen das Mann- Frau-, Vater-Mutter-Schema haben.

Judith: Wie viele Jungs besuchen zur Zeit das Internat und für wie viele haben Sie Platz?

Mertens: Also wir haben hier im Internat 16 Plätze und vorne in dem weißen Haus am Eingang zusätzlich drei in einer Spieler-WG. Dazu kommen aber jeden Tag noch an die 150 Jungs zum Training. Es gibt einen internen und einen externen Zirkel, für die Internen sind wir natürlich ganz intensiv da, weil auch die Eltern nicht hier wohnen. Doch die Externen werden hier zum Teil auch mitbetreut. Da sie auf die selben Schulen gehen und gemeinsame Lerngruppen haben. Die Externen sind sowohl die aus den Gastfamilien als auch die aus der Region.

Judith: Wie alt sind die Jungs im Internat?

Mertens: Sie sind zwischen 15 und 19 Jahre alt.

Judith: 15 ist ja noch recht jung, fällt es denen von weit weg schwer sich am Anfang einzufinden?

Mertens: Das ist recht unterschiedlich. Zunächst ist es erstmal so, dass die meisten schon aus Deutschland kommen und idealer Weise auch aus Süddeutschland. Man versucht natürlich erstmal den Nachwuchs aus der Region zu fördern. Aber wir haben hin und wieder z.B auch Jungs aus der Schweiz oder aus Frankreich. D.h. sie sprechen normalerweise Deutsch im Internat, da sie hier auch auf deutsche Schulen gehen müssen. Dann ist es ganz unterschiedlich mit Heimweh und so etwas. Das sind Phasen die jeder kennt, aber man muss sagen, dass sie doch recht schnell hier reinkommen, weil Leistungsfussball das ist was die Jungs wollen. Es ist jetzt nicht ein Kinderheim in das ich irgendwie geschickt werde, weil ich keine Eltern habe, sondern man kommt ja freiwillig her und will es unbedingt, das ist schonmal ein Bonuspunkt. Dann erleben viele, dass sie hier einfach optimal ausgebildet werden. Wir haben eine sehr hohe Qualität im Training und wenn sie in ihrem Heimatverein drei mal in der Woche trainiert haben und hier sechs oder sieben mal, merken sie auch selber wie sie voran kommen und Fortschritte machen. Das hilft und auch die Tatsache dass wir auf die Gemeinschft achten. Also, wir machen auch gemeinsame Mahlzeiten und Gruppenabende. Man lässt sie hier nicht alleine rumhängen, sondern guckt schon, dass das gut geht .

Judith: Was für Partnerschulern gibt es?

Mertens: Da wären das Rotteck-Gymnasium, die Emil-Thoma-Realschule, die Max-Weber-Schule und die Staudinger Gesamtschule. Auf diese Schulen gehen die Meisten.

Judith: Was für Aktivitäten können die Jungs im Alltag nach Schule und Hausaufgaben noch machen?

Mertens: Gut, die Tage sind ja oft recht voll, zum Teil gibt es auch schon morgens Training, was die Partnerschulen ermöglichen, das ist ja auch die Idee der Eliteschulen des Fussballs. Sie werden vom DFB gefördert und der DFB unterstützt die Schulen finanziell. Somit können diese die ausgefallenen Stunden mit Extradebutatsstunden nachholen. Das heißt zum Beispiel Donnerstags ist schon morgens von halb acht bis neun Training, danach gehen sie in die Schule, kommen entweder heim zum Mittagessen oder essen etwas in der Schule falls sie Nachmittagsschule haben. Dann kommen sie hierher, lernen, trainieren, essen und müssen dann zum Teil nach dem Essen nochmal lernen. Das ist schon recht viel. Wir merken auch die Auswirkungen vom G8, da bleibt einfach mit Mittagsschule und so nicht mehr viel Zeit. Was wir versuchen ist in den Ferien hin und wieder Freizeitaktionen anzubieten. Markus war z.B. mit den Jungs mal bei einer Wasserskiaktion in der Nähe oder mal im Zoo, aber es man kann wirklich selten etwas anbieten.

Judith: Fahren die Jungs denn auch öfter nach Hause, wenn sie z.B. aus der Schweiz kommen?

Mertens: Schon , also je nachdem, ob es der Spielplan erlaubt. Die Spiele sind ja am Wochenende und man muss immer einen Tag vor dem Spiel hier sein. Also wenn ich am Sonntag um 11 Uhr spiele, dann kann ich nicht erst am Sonntagmorgen um 10 Uhr hier anreisen. Das heißt ich kann am Freitag nach der Schule und dem Training heim und muss aber am Samstagabend wieder im Internat sein. Wenn keine Ferien sind und während der Runde kann man also maximal einen Tag pro Woche heim fahren. Wobei das viele dann gar nicht mehr wahrnehmen. Zum  Teil kommen die Eltern deshalb zum Spiel am Wochenende und die Jungs sagen selbst es wäre wahnsinnig stressig. Sie hätten oftmals eine lange Anfahrt, wären dann daheim, müssten 1000 Leute besuchen und kämen hier wieder erschöpft an. D.h. je besser sie sich hier eingewöhnt haben und je mehr Freunde sie gefunden haben, desto häufiger bleiben sie hier und schlafen lieber mal aus oder gehen in die Stadt, anstatt die Fahrerei auf sich zu nehmen. Nur im Winter haben wir richtig 2 1/2 Wochen Ferien in denen sie nach Hause fahren. Im Sommer ist es schwierig weil dann die Runde wieder los geht.

Judith: Welche Regeln gibt es im Internat?

Mertens: Wir haben eine Hausordnung und eine Ausgangsregelung. Die Hausordnung betrifft allgemein das Leben im Internat und die Ausgangsregelung schreiben wir jeden Tag neu. Normalerweise ist es nach Jahrgängen getrennt, das heißt die älteren haben Ausgang bis Nachts um maximal 23 Uhr und die jüngeren, also B-Jugend bis 22 Uhr. Unter der Woche ist das alles kein Problem, weil eh immer aller so müde sind. Fürs Wochenende richtet man sich nach den Spielen, wenn mal eine Mannschaft kein Spiel hat und keine Schule am nächsten Tag, kann man bei den 17-18 jährigen vielleicht die Ausgangszeit ein bisschen nach hinten ausdehnen. Dann können sie auch mal ins Kino gehen oder einfach wie ganz normale Jugendliche ausgehen.

Judith: Ist Alkohol ein Thema?

Mertens: Nein, da sind die Jungs auch sehr professionell, also was sie wollen ist auch mal etwas anderes sehen oder auch mal ein Mädchen kennen lernen oder so, aber mit Alkohol und rauchen haben wir keine Probleme.

Judith: Lohnt es sich Talente von weiter weg zu holen und haben diese eine größere Chance den Sprung in den Profibereich zu schaffen weil sie mehr Potential haben als jene aus der Region?

Mertens: Nein, man kann nicht sagen, die von weiter weg sind besser. Natürlich ist es so, dass wenn wir z.B. einen Spieler aus Berlin holen, da guckt man schon zwei mal drauf, oder mehrere Trainer beobachten, denn es geht ja auch um eine Verantwortung den Jungen aus seiner Schule und aus dem Elternhaus zu holen. Man kann dem Berliner zwar auch keine Prognose abgeben dass er Profi wird, aber man muss im Prinzip schon eine gewisse Perspektive erkennen. Und das besagt, wenn du kommst und hier optimal gefördert wirst, könntest du den nächsten Schritt schaffen. Wenn man jetzt schaut wer jetzt hier im Profikader war aus der Fußballschule, dann waren das sehr viele aus der Region. Wie Z. B. Ömer Toprak aus Ravensburg oder Daniel Schwaab aus Waldkirch, Andreas Glockner aus Bad Krozingen. Es wäre ja schlimm, wenn wir nur in die Ferne schielen würden und die eigenen Talente gar nicht sehen würden.

Judith: Wie läuft die Gastfamiliensuche ab?

Mertens: Also zum Teil melden sie sich, wir haben aber auch schon Zettel verteilt, hier in Littenweiler oder Waldsee oder Anzeigen ins Heimspiel gestellt. Zum Teil läuft das aber auch über Empfehlungen. Es muss ja auch irgendwie passen. Man kann nicht einfach sagen, ihr bekommt dann Gelb von uns im Monat, wenn ihr unseren Jungen durchfüttert. Ich finde es nicht so einfach, aber wir machen es ja jetzt schon sei einigen Jahren und dann hat man sich auch schon so einen Stamm an Gastfamilien herangezogen, die dann wiederum zum Teil auch Leute kennen vor Ort. Es ist so etwas, was sich einfach erst entwickelt. Es muss einfach passen und wir treffen uns natürlich auch mit den Familien und wenn wir einen guten Eindruck haben, dann können wir da einen Jungen hin vermitteln, denn es geht ja nicht nur darum, dass er genug zu essen bekommt.

Judith: Wie ist das Gebäude aufgebaut?

Mertens: Oben ist die eigentliche Internatsetage. Hier auf der Rückseite der Mösletribüne ist auch noch die Verwaltung, de Aufenthaltsraum und die Küche. Im Erdgeschoss ist die medizinische Abteilung, Trainerbüros und Dienstzimmer. Ganz unten sind noch die Kabinen und die Halle.

Judith: Wie kam es  zu der Idee 2001 eine Fußball zu eröffnen?

Mertens: Es kamen mehrere Sachen zusammen. Das Eine ist dass es vom DFB gefordert wurde, denn ein Grund war die WM 1998 in Frankreich bei der Deutschland im Achtelfinale gegen Kroatien glaube ich ausgeschieden ist. Da ging ein Aufschrei durch Deutschland, man hätte keine Talente und die Vereine würden nur teure Spieler aus dem Ausland kaufen. Daraufhin hat der DFB die Vereine der ersten und zweiten Liga dazu verpflichtet ein Nachwuchsleistungszentrum aufzubauen um die Lizenz für die entsprechende Liga zu bekommen. Das variiert zwischen erster und zweiter Liga, d. h. die Auflagen sind in der ersten Liga höher und es ist auch nicht zwingend ein Internat vorgeschrieben. Aber eine bestimmte Anzahl von Plätzen, von Trainern, von Physios ist alles aufgeführt.  Bei uns war es jetzt aber so, dass wir geographisch so ungünstig liegen, dass wir im Prinzip auch Spieler von außerhalb holen müssen. Wenn man sich auf der Deutschlandkarte Regionen wie das Ruhrgebiet ansieht, kann man erkennen was das für ein Ballungsgebiet ist. Das sind Millionen von Menschen und die haben ein perfekt ausgebautes S-und U-Bahnnetz, das heißt auch die Spieler die von weiter weg kommen können relativ einfach zum Training kommen. Doch bei uns hört es schon im Schwarzwald auf. Schon die aus Neustadt brauchen eine Stunde mit der Bahn, deshalb hat man sich für die große Lösung entschieden, also erfüllt nicht nur das Minimum dieser Auflagen, sondern macht zusätzlich noch das Internat. Dann war es so, dass der FFC in diesem Station war, es aber nicht halten konnte, weil sie finanziell ins Schlingern gekommen sind. Somit stand diese Anlage zur Verfügung. Daraufhin hat der SC diese übernommen, da er um das Badenova-Stadion nicht mehr expandieren konnte.

Judith: Damit sind erstmal alle meine Fragen beantwortet. Vielen Dank das Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben und weiterhin viel Erfolg für die Zukunft.

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Marc

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Zimmer der Internatsbewohner
Internats Gebäude von außen Internatsgebäude von außen

Artikel Versuch: (Richtige Fassung: “Dein Zuhause ist Grün…”)

Ein Leben für Fußball. Fußball fürs Leben.

Jeder kennt sie.
Jeder will sein wie sie.
Täglich erscheint ihr Gesicht in der Presse.
Ihre Erfolge und ihre Niederlagen gehen von Mund zu Mund.
Oft folgt ein Skandal dem anderen und doch gelten sie als Vorbilder.
Sie haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und ihre Löhne steigen von Jahr zu Jahr ins Unvorstellbare.
Sie wohnen in den größten und prachtvollsten Häusern und haben die schönsten Frauen der Welt.
Sie fahren die schnellsten und modernsten Autos und auf ihren weiten Reisen erleben sie viel mehr als uns möglich erscheint.
Sie führen ein glamouröses und pompöses Leben. Sie sind die Stars von heute.
Sie sind die Fußballprofis dieser Welt.
Doch woher kommen sie? Wie haben sie angefangen? Wo begann ihr Weg zum Ruhm?

Nach der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich, bei der die deutsche Nationalmannschaft schon im Viertelfinale gegen Kroatien ausgeschieden ist, sah der Deutsche Fußball Bund (DFB) sich gezwungen neue Richtlinien zur Talentförderung einzuführen.
Es fiel auf, dass die Vereine immer mehr Talente teuer aus dem Ausland kauften, anstatt die im eigenen Land zufördern. Der DFB griff durch und verpflichtete alle Vereine der ersten und zweiten Bundesliga ein Nachwuchsleistungszentrum einzurichten. Es wurde schriftlich festgelegt, welche Anzahl von Plätzen, Trainern und Physiotherapeuten die Vereine haben mussten. Je nachdem in welcher Liga sie spielten, musste die entsprechende Anzahl vorhanden sein.

Der Sportclub Freiburg machte sich schon 1993 bei seinem ersten Aufstieg in die erste Liga Gedanken darüber, wie sie den Profifußball innerhalb des Vereins über lange Zeit auf einem hohen Niveau halten konnten.
Nachdem die Bestimmung vom DFB durchgesetzt worden war, kamen die Freiburger wegen ihrer ungünstigen Lage, was Bevölkerung und Anfahrtswege angeht, in Bedrängnis. Waren doch im Gegensatz zum Ruhrgebiet und anderen Regionen Deutschlands das Einzugsgebiet des SC Freiburgs so klein, dass die Anzahl der Talente zu gering war und selbst die aus näherer Umgebung wegen schlechter Verbindungen nicht gut zum Training kommen konnten. Um diesen Problemen entgegen zu wirken eröffneten sie im September 2001 zusätzlich zu der  Freiburger Fußballschule ein Fußballinternat und suchten Gastfamilien, bei denen sie ihre Schützlinge unterbringen konnten. Nun hatten sie die Möglichkeit auch Talente aus weit  entfernten Gegenden aufnehmen.
Da um das Dreisamstadion herum wegen fehlenden Platzes nicht mehr expandiert werden konnte, übernahmen sie das Möslestadion vom Freiburger FC, welcher es wegen finanziellen Problemen nicht mehr halten konnte.
Mit einem Eigeninvestment von ca. 10 Millionen Euro und mit Unterstützung der Stadt Freiburg und des Badischen Sportbundes bauten sie es aus, zu einem Hauptplatz mit Rasenheizung, einen Rasen-, einen Kunstrasen- und einem Sand-Trainingsplatz. Im Gebäude an der Rückseite der Tribüne befindet sich heute das Internat, mit den Ein- und Zweibettzimmern der Bewohner im Obergeschoss, den Trainingsräumen, der medizinischen Abteilung und einer Halle im Erdgeschoss. Hier haben neunzehn Jungs im Alter zwischen fünfzehn und neunzehn Jahren Platz. Meist kommen diese aus Deutschland, Frankreich oder der Schweiz. Aber auch Jugendspieler aus Ländern, die, wie zum Beispiel Ungarn, weiter weg liegen, kommen gerne an die Dreisam. Schon Ömer Toprak und Daniel Williams haben hier im Internat gewohnt und sind hier ausgebildet worden.
Doch die Spieler bringen viele Opfer für ihren Traum Fußballprofi zu werden. Während der Runde können sie höchstens für einen Tag am Wochenende ihre Familien und Freunde besuchen. Da diese Reisen für die Jungs sehr zeitaufwändig und anstrengend sind, kommen oftmals die Eltern zu den Spielen ihrer Söhne. Nur im Winter können sie in der Zeit der Weihnachtsferien für zwei bis drei Wochen nach Hause fahren. Doch durch die Tatsache, dass sich die Jungs selbst dafür entschieden haben und weil der Leistungsfußball genau das ist, was sie wirklich wollen, fällt es ihnen oftmals leichter.

Marc (19) spielt in der A- Jugend des SC Freiburg. Er kam vor drei Jahren als 16 jähriger vom Bodensee nach Freiburg. Hier wollte er sich fördern lassen und seinen Traum, später einmal in einer der drei Profiligen zu spielen, verwirklichen. Marc wohnt nicht im Internat, sondern ist in Freiburg in einer Gastfamilie untergekommen in der er sich wie zu Hause fühlt. „Ich kann alles machen und benutzen als wäre ich ihr eigenes Kind. Es ist wichtig etwas Abstand zum Fußball zu haben und über andere Sachen sprechen zu können.“  Er sagt, dass es ihm persönlich nicht so schwer fiel von der eigenen Familie getrennt zu leben, denn die schöne Stadt, der gute Verein und die netten Leute erleichtern es. „Solange es Spaß macht und man Erfolg hat, fällt es einem leichter.“
Doch die Fußballschule ist vor allem auch für die Talente aus der Region da. Täglich kommen  um die hundertfünfzig Jugendliche aus der Umgebung rund um Freiburg zum Training ins „Mösle“.
Die hohe Qualität des Trainings macht eine optimale Ausbildung möglich. Die Freiburger Fußballschule verfügt mit vier Fußballlehrern über hohe Kompetenz und hat somit mehr Möglichkeiten, als manch andere Institution. Nicht umsonst gehört sie zu den Besten des Landes. Manche Schüler haben schon Angebote aus London und Madrid ausgeschlagen, um in Freiburg trainiert zu werden. Auch wenn der SC seinen Jugendspielern keine Garantien geben kann, so setzen sie doch sehr auf ihre Jugendarbeit und ermöglichen ein gutes Umfeld. Viele der Jungs sind dankbar für diese Chance auch wenn sie neben Fußball, Schule oder Ausbildung meist nicht viel Freizeit haben. Diese Doppelbelastung fordert Disziplin und Durchhaltevermögen, und ist deshalb vor allem für die G8-Schüler sehr anstrengend. Die Partnerschulen  des SC Freiburg, erlauben diesen Schülern zwei mal in der Woche während der ersten drei Stunden zu trainieren und entschuldigen sie auch für diverse Auswärtsspiele.
Durch die finanzielle Unterstützung des DFB können diese Schulen die Fehlstunden mit den Spielern nachholen. Das erleichtert den Alltag und bietet die Chance einen guten Schulabschluss zu machen und einen Beruf zu erlernen, für den Fall dass sie den Sprung in den Profifußball nicht schaffen sollten.
Für die gute Kooperation zwischen den allgemeinbildenden Schulen und der Fußballschule wurde ein Zertifikat ausgestellt, dass sie als Eliteschule des Fußballs ausgezeichnet.
Im April 2004 wurde zum 100. Geburtstag des SC Freiburg der Förderverein Freiburger Fußballschule gegründet. Das Motto der elf prominenten Gründungsmitglieder lautete „Elfhundert Freunde sollt ihr werden“ , und schon im Juli 2009 wurde dieses Ziel erreicht. Sein Zweck sollte die Förderung des Fußballsports, der Bildung und der Erziehung der Nachwuchstalente der Freiburger Fußballschule sein. Der Schwerpunkt wurde auf die Integration von ausländischen Jugendspielern gesetzt.

Für den Sportclub ist die Nachwuchsförderung nun schon seit langem ein wichtiger Bestandteil ihrer Vereinswirtschaft. Er ist auf seine Nachwuchstalente angewiesen. Auf Grund dessen ist der Sprung vom Jugendbereich zu den Profis beim SC recht einfach, deshalb schafften es in den letzten Jahren bei keinem anderen deutschen Club so viele Spieler in die Bundesligamannschaft.
Somit steht bei keinem anderen Verein eine so große Anzahl von Spielern aus der eigenen Ausbildung im Kader.
Waren es beim SC in der Saison 2007/2008 doch fünfzehn selbst ausgebildete, von denen neun in der Bundesliga zum Einsatz kamen. Nicht wenige von ihnen ereichten auch den Wechsel in den nationalen und internationalen Fußball. Karim Matmour, Sascha Riether und Daniel Schwaab sind nur drei Beispiele für Spieler die aus Freiburg kamen und sich im Profifußball etablieren konnten. Sie spielen heute bei großen Vereinen wie Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg oder Bayer Leverkusen.
Ein Paradebeispiel für einen erfolgreichen Werdegang im Fußball ist Dennis Aogo. Er kam 2002 aus Karlsruhe zum Sportclub und schaffte schon zwei Jahre später den Sprung in den Profikader. Dort wurde er bald Stammspieler und Leistungsträger. Zu Beginn der Saison 08/09 wechselte er zum Hamburger SV, wo er weiterhin erfolgreich Fußball spielt. Schon seit längeren hatte er Einsätze für die deutsche U-21-Nationalmanschaft und im Januar 2010 nominierte Bundestrainer Joachim Löw ihn für die A-Mannschaft.

Ich drücke den jetzigen Jugendspielern in der Freiburger Fußballschule die Daumen, dass ihr Leben ähnlich erfolgreich wird. Sicher schafft auch der ein oder andere von ihnen den Weg zu Ruhm und Ehre zu beschreiten und seinen größten Traum zu verwirklichen.

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Frau v. Mertens

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Fotos: Judith O.