Bis(s)  zum  fertigen Artikel

von Alia Pervez

Vor einigen Tagen habe ich mich dazu entschlossen mich mit meinem ersten Thema  ” Ausbeutung vs. Shoppen bis der Arzt kommt” auseinander zu setzten. Ausschlaggebend war dafür, dass mich das Thema schon seit langem beschäftigt und daher höhere Priorität hat.

Mein Schwerpunkt besteht in der  Darstellung der in vielen Ländern vorherrschenden  Kinderarmut  und der damit verbundenen Ausbeutung ,  (Kinderarbeit).
Wichtig ist mir dabei, dass ich die W-Fragen so weit wie mögen einbeziehe und abdecke:
  • Was passiert, wo passiert es, wieso passiert es?
  • Was hat das Thema mit uns zu tun?
  • Was können wir dagegen tun?

Auch wenn der  (sehr provokant gewählte) Titel so klingt: Mein Schwerpunkt liegt nicht auf dem Konsumverhalten von Jugendlichen. Dieser Aspekt ist vielmehr eine Hilfe, um mein Thema mehr mit den Lesern in Verbindung zu bringen. Er wird mithilfe von Umfrageergebnissen veranschaulicht werden.

Meine Vorgehensweise, habe ich versucht auf folgender Mindmap festzuhalten.

Änderungen vorbehalten
Mit dem Interview hat es leider nicht geklappt. Ist aber nicht weiter schlimm, da man gut über das Thema recherchieren kann.

Nach meinen eigenen Notizen zum Thema , war  die Informationssammlung der  erste Schritt. Der zweite war die Niederschrift. Parallel dazu, habe ich Umfragen durchgeführt und dabei versucht alle Ressourcen auszuschöpfen.

Dass es ein heikles Thema ist, habe ich am meisten während den Umfragen gemerkt, wenn der Gesprächspartner ab und zu das Gesicht verzog.Doch ich habe das Thema bewusst gewählt.

Mit meinem Artikel verfolge ich die Absicht,den Leser zu informieren, besonders mit kritischen Aspekten, die oft “unter den Teppich gekehrt” werden. Gleichzeitig möchte ich das Thema mit den lesern in Verbindung bringen.

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  • Die überarbeitete  Rohfassung

Der Vorschlag der Betreuer hat mir sehr gefallen , weshalb ich den Artikel komplett unter Aufnahme dre vorgeschlagenen Aspekte, überarbeitet habe :

Alias Seite – Eine andere Welt

Ein schneller Song läuft im Radio und breitet sich aus den großen Lautsprechern in der großen Halle aus. Typisch indische Musik. Die hohe Stimme klingt ein bisschen wie mit Helium behandelt, sie bahnt sich ihren Weg durch die dicke Luft und gelangt auf das Gehör von fünfzig Menschen verschiedenen Alters. Diese sitzen in einer streng geformten Reihe hochkonzentriert in der Hocke und weben. Der Aufseher dieser Weberei namens „Kapra“ in Bombay läuft durch die Reihe und achtet darauf, dass die Arbeit vorankommt. Wer pausiert wird umgehend gefeuert. Er ist richtig stolz , denn seine Textlilerzeugnisse gehen von hier aus auf Weltreise und werden bei ausländischen Firmen sehr geschätzt. Mit vielen Marktketten hat er sogar einen festen Vertrag. Verärgert beobachtet er seine Angestellten, da sie heute langsamer als sonst zu arbeiten scheinen. Er stellet das Radio deswegen kurz ab, es dient eigentlich dazu, dass sie schneller arbeiten. Er schreit sie an und ermahnt sie, ihr Tempo zu steigern. Die Anwesenden beginnen sofort damit, sich zu beeilen. Nur der Jüngste unter ihnen, der 13-Jährige Karan, reagiert nicht und starrt in die Luft. Als sein Sitznachbar ihm einen Stups auf die Stirn geben will, um ihn auf die bösen Blicke des Aufsehers aufmerksam zu machen, zieht er seine Hand vor Schreck zurück. Karan zittert am ganzen Leib, sein Körper kocht vor Fieber. Doch die Arbeit ist ihm trotzdem sehr wichtig, denn er muss für sich und seine kleine Schwester Shivani sorgen und „ [braucht] daher das Geld…“.

“Geld muss man haben..“, kichert Kevin in sich hinein. Er mustert die vielen ausgesuchten Stücke auf seinem Armen während er in der langen Schlange an der H&M Kasse in Freiburg steht. Vor zwei Tagen ist er 13 geworden und bekam prompt von den Eltern und nichtzuvergessen von der stets spendierfreudigen Oma den Geldbeutel aufgefüllt. Dies kam ihm sehr gelegen, denn der Freiburger hatte schon lange geplant, einkaufen zu gehen, um die Lücken in seinem Kleiderschrank zu füllen. Reichlich tolle Sachen „kamen ihm heute in die Tüte“ , darunter auch blaue Polo- Shirts, sowie Röhrenjeans, die ihm besonders stehen. Darin sehe er aus wie Zac Efron. Jedenfalls hatte das Marina , das hübsche Mädchen aus der Parallelklasse, zu ihm gesagt . Und das ist doch die Hauptsache.

Alles andere ist bei seiner Kleiderwahl egal. Und da er findet, dass es bei H&M eben billig ist und ein Designerladen doch zu gesund für das noch übergewichtige Portemonnaie wäre, war von vorne rein klar, dass er sich seinen Kumpel schnappen und hier einkaufen gehen würde.

Jedenfalls ist jetzt Endspurt und Kevin steht mit seinem Freund in der Schlange. Der Laden ist so überfüllt, dass die Kassiererin sehr lange braucht.. „Denkt die in Zeitlupe oder was“ , lacht sein Freund ihm ins Ohr…

Ein „Boah…“ ist alles was er daraufhin rausbekommt, doch Kevin kommentiert damit nicht den Beitrag seines Begleiters. Ganz zufällig ist sein Blick nämlich auf die Etiketten er Kleider gelandet, die ihm zuvor nie groß auffielen, bis auf wenn sie im Nacken juckten.

„Schau mal , da steht immer „Made in India“ , und hier „Made in Indonesia “…auf dem anderen „Bangladesch“. “ , sagt er.

„Ja, ich find‘s auch toll, dass du schon so viel Englisch kannst!“ antwortet sein Freund sarkastisch „Ist doch egal wo die Dinger her kommen. Man – ha, ha schau dir mal lieber die takelnde Tussi in den hohen Schuhen da vorne an…. Der bröckelt das Make Up gleich vom Gesicht runter. Wenn das mal nicht ‘n Sumpf auf dem Boden gibt “

Aber Kevin ist mit seinen Gedanken ganz woanders.

Daheim angekommen, räumt er die Neuankömmlinge in den Kleiderschrank. Er nimmt sein Lieblingsshirt von Esprit hinaus. Er hat richtig Lust dazu, es wieder anzuprobieren. Stattdessen schaut er reflexartig auf das Etikett und findet ein „Made in India“ vor. Irgendwie stimmt da doch was nicht, denkt er. Etwas Lebensmüde läuft er in das Zimmer seiner Schwester, um ein Blick auf ihre Kleider zu werfen. Diese ist zu seinem Glück (und zur Bewahrung seiner körperlichen Unversehrtheit) gerade in der Dusche. Somit hat er freie Bahn, kommt nach einpaar Minuten aber enttäuscht wieder zurück.

„Wird denn gar nichts mehr hier hergestellt? Und da soll es noch Ausländerfeindlichkeit geben..??“ witzelt er. Zwar weiß er von der Schule, dass viele Firmen die Fertigung von Waren ins Ausland verlegen. Aber das praktisch sein ganzer Kleiderschrank „importiert“ ist, hat er erst jetzt richtig gemerkt.

„Die Globalisierung als Banker mitzuerleben ist eine Sache, aber sie täglich am Leib mit sich zu tragen doch eine völlig andere. OK, für das Espritoberteil zum Beispiel haben die Hersteller viel Geld kassiert, davon kann man seine Arbeiter ja gut bezahlen… oder nicht? Aber H&M ist doch nun wirklich nicht teuer. Ob ein Arbeiter wirklich noch viel von den 9 € für das T-Shirt bekommt, das ich vorhin gekauft habe?“. Gedanken über Gedanken. Er entschließt sich der Sache auf den Grund zu gehen.

Ausnahmsweise greift er dazu sogar zu einem schriftlichen Medium. Denn Papas Buchregal gibt nicht nur lauter alte, dicken Wälzern aus seinem BWL-Studium Obdach, die eh keiner will. Sondern auch aktuellen Zeitschriften. Da er sie wie seine Kinder behandelt, was Kevin unbegreiflich absurd erscheint , ist höchste Vorsicht angesagt.

Ah, da hat er was er sucht. Das Titelbild der GEO mit dem dunklen Arbeiterkind war ihm aufgefallen als das Magazin vor kurzem aus dem Briefkasten direkt vor seinem Vater auf dem Frühstückstisch landete. Er schlägt Seite 13 auf und liest die Titelgeschichte. Völlig vertieft findet er sich in einer anderen Welt wieder. Die Reportage über einen Jungen, der für zwei Euro monatlich in einer asiatischen Weberei arbeitet, fesselt ihn so sehr, dass er seine Abneigung gegen Texte glatt überwindet. Die dort hergestellten Textilien werden in den Industrienationen in bekannten Marktketten verkauft. Er liest weiter und wundert sich etwas über die Infobox am Ende, denn laut UNICEF arbeiten heute ca. 190,7 Mio. Menschen zwischen fünf und vierzehn Jahren in den sogenannten Entwicklungsländern: in der Landwirtschaft, in Werkstätten und Steinbrüchen, als Verkäufer, Haushaltshilfen oder Prostituierte. Was sie gemeinsam haben : Sie müssen mit Arbeitsbedingungen leben.

Wikipedia/Weltarmut

Wikipedia/Weltarmut

Er betrachtet die Karte im Magazin auf der die betreffen Länder. Die roten Flecken auf der Karte markieren die Länder , von denen Opa immer sagt, dass sie mal „Plätze an der Sonne“ waren…. „Wieso lassen sich die Menschen denn überhaupt so ausbeuten?“ , fragt er sich und erinnert sich daran, wie beharrlich er für das letzte mal Zimmeraufräumen eine Taschengelderhöhung gefordert hatte. Ihn wundert es etwas, was seine Schwester , die Shopping für Nationalsport hält, kürzlich mal gesagt hatte: Dass es praktisch nichts bringe nur bei bestimmten, teureren Läden einkaufen zu gehen. „Der Preis von Waren garantiert längst nicht die faire Herstellung.“, zitiert er sie in Gedanken. Doch was kann man dann dennals Verbraucher überhaupt noch tun???

Seine Mutter ruft. Jetzt gibt’s erst mal Abendessen.. Und Lasagne lässt man nicht warten. Nach der Mahlzeit sitzt die Familie wie immer noch ein bisschen beisammen und jeder erzählt von seinem Tag. Gewöhnlich hasst Kevin das und sagt nicht viel. Als er an der Reihe ist, erzählt er von seinem heutigen „Shoppingtrip“, den die Familie grinsend vernimmt. Anschließend erzählt er von einer Lektüre, die er gerade in für die Schule liest und , dass er Informationen über die Zustände in Entwicklungsländern und deren Gründe erzählen benötigt. Seine Mutter über letzteres gleich doppelt verwundert , da ihr Sohn nicht gerade lesefreudig ist und sich normalerweise eher für Computerspiele interessiert. Aber als Ehrenamtlich Tätige bei der „Caritas Freiburg“ in der Abteilung „Caritas International“ freut sie sich umso mehr.

„ Gerne. Wie du weißt, herrscht in Entwicklungsländern große Armut, die man nicht als selbstverschuldet abstempeln kann. Deswegen lassen sich Erwachsene und Kinder unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen ausbeuten. Wegen dem Hunger sind die Menschen gezwungen jede Arbeit anzunehmen, die sie bekommen. Es wird zwischen konjunkturellem und strukturellem Hunger unterschieden. Die erste Form basiert auf Kriege und Naturkatastrophen, die eine Wirtschaft zerstören. Die zweite Sorte hingegen, ist mehr oder weniger von Menschen gemacht: Da den Bauern in ärmeren Ländern die Mittel wie z B. Dünger fehlen , fallen die Erträge vermindert aus. Wegen der Staatsverschuldung können die Personen wiederum nicht investieren. Die Politik sorgt gewissermaßen dafür, dass diese Menschen sich in einem Teufelskreis bewegen. Sie können sich auch keine Bildung leisten und sind oft unterernährt. Gerade für die Kinder, die sich ja im Wachstum befinden, ist das besonders schlimm. Wusstest ihr, dass alle 5 Sekunden ein Kind an Hunger und Folgekrankheiten stirbt? Komm mit ich zeig dir mal einpaar Sachen und Bilder am PC, wir im Büro arbeiten gerade an unserer neuen Internetpräsenz.“

Dort zeigt sie ihm Bilder von der Caritas International auf „Flickr.com “ .Nicht nur bei Naturkatastrophen wie z.B. in Haiti wird von der Organisation Hilfe geleistet. Speziell für die Kinder sind Heime in vielen Entwicklungsländern eröffnet wurden, wo auch deren Bildung sichergestellt wird. Gerade für harte Jobs wie das Steinbrechen werden Alternativen gesucht und die armen Familien unterstützt. Als „Wegbegleiter“ kann man bei einem neuen Projekt Kinderarbeitern und Straßenkindern in Indien, Kongo, Südafrika, Brasilien und der Ukraine mit einer Spende unterstützen.

„ Das Gute an der Caritas ist,“ erzählt sie weiter „ dass man durch Dokumentation in Form von Berichten genau erfährt, was dann auch tatsächlich vor Ort geschieht. Es werden auch laufend neue Projekte ins Leben gerufen. Aber wir brauchen noch jede Menge Unterstützung und Spendenwillige. Der Wille helfend aktiv zu werden ist bei vielen Menschen da, wie ich bei der Durchführung der folgenden Onlineumfrage festgestellt habe. Dabei habe ich das Thema Kleiderkauf gewählt, weil ich damit gerade viele junge Menschen ansprechen wollte:

Unbenannt

Die Antwort war recht positiv. Nur wissen die Menschen meistens nicht, dass die auch alleine als Verbraucher was tun können, wie z.B. sich bei Herstellern beschweren , wenn sie Kinderarbeit vermuten oder schlimmstenfalls einen Boykott organisieren. “

In den nächsten Tagen entscheidet sich die Familie, selbst als „Wegbegleiter“ zu spenden. Auch Kevin beteiligt sich mit seinem Geburtstagsgeld daran. Mit dem Geld wird ein Heim in Bombay unterstützt, zu welchen deswegen neue Kinder aufgenommen werden konnten. Zu diesen gehören unter Anderem Karan und seine kleine Schwester, die dort nun auch lesen und schreiben lernen. Wenn er groß ist, will er Ingenieur werden.

Und Kevin möchte in Zukunft mehr darauf achten, was er kauft , damit aus den „zwei Welten irgendwann mal eine Welt wird“.

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Karan arbeitet jetzt seit fast fünf  Stunden. Der Schweiß tropft auf sein durchlöchertes Hemd. Die Mittagshitze liegt wie ein schwerer Schleier auf den Arbeitern der Baustelle. Er hebt eine Hand und hält sie sich ganz nah vor den Mund, um sich zu vergewissern, dass er noch atmet. Denn die Luft ist so dick und warm, dass er fast daran zweifelt.  Seine Füße fühlen sich wie Blei an, der Boden unter ihnen wie eine heiße Herdplatte. Schon etliche Körbe voll Ziegelsteinen hat der gebürtige Inder aus Mumbai auf seinem Kopf hin- und hertransportiert. Plötzlich bricht neben ihm ein Arbeiter zusammen und fällt zu Boden. Ein älterer, magerer Herr mit grauen Haaren, der sich kaum selbst auf den Beinen halten kann. Sofort stellt Karan seinen Korb ab und hilft seinem Kollegen hinauf.

Unterdessen schielt der bärtige Chef der beiden mit verächtlichen Blicken zu ihnen hinüber und beobachtet das Geschehen. Er hat es eben nicht gerne, wenn seine Arbeiter sich ausruhen. Er bezahlt sie schließlich. Und er muss sich vor den Auftraggebern für den Stand der Dinge verantworten. Trotzdem drückt er noch mal ein Auge zu, weil er sieht, dass Karan dafür noch mehr Steine in seinen ohnehin prallgefüllten Korb legt. Oder –  weil es einfach zu heiß ist, um die beiden zu bestrafen – geschweige denn einen klaren Gedanken zu fassen.

Wer glaubt, diese Geschichte klinge traurig, den muss ich enttäuschen!

Karan ist nämlich vor zwei Tagen  DREIZEHN  geworden…

Karan ist nur ein Beispiel von vielen Millionen Kindern, die der Ausbeutung zum Opfer fallen. Laut  UNICEF arbeiten heute noch ca. 190,7 Mio. Menschen zwischen fünf und vierzehn Jahren in den sogenannten Entwicklungsländern. Auf der folgenden Karte sind die ärmsten Länder der Erde zu sehen:

(siehe unten)

Im Zuge des Imperialismus waren dies die “Plätze an der Sonne”, die den Kolonialmächten als Rohstofflieferanten Reichtum bescherten. Heute sprechen wir von tristen Flecken auf der Weltkarte, oft  Lücken im geistigen Atlas. Die meisten Fälle der Kinderarbeit werden in Asien, Afrika, Lateinamerika und in anderen Regionen der Welt registriert.

Die meisten Kinder sind in der Landwirtschaft, in Werkstätten und Steinbrüchen, als Verkäufer, Haushaltshilfen oder Prostituierte beschäftigt. Des Weiteren gibt es auch heute noch Kindersoldaten oder kleine “Arbeiter”, die für ihre Vorgesetzten Drogen schmuggeln müssen. Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft und Sklaverei:  Worte die theoretisch aus dem vergangenen Jahrhundert stammen, existieren in der Praxis leider heute noch. Hinzu kommen (wenn überhaupt) karge Löhne und katastrophale Arbeitsbedingungen wie z.B. keine Pausen. Aber weshalb lassen sich die Menschen ausbeuten?

Der Grund: Armut. Ein hässliches Wort. Von den Einen längst aus ihrem Wortschatz gestrichen, bei Anderen unter den Massen der täglichen Sorgen begraben.

Aber was genau ist denn eigentlich  Armut und wie entsteht sie?

Armut beschreibt den Mangel an lebensnotwendigen Gütern  wie z.B. Lebensmitteln, Obdach und Kleidung. Das Schlimmste ist der Hunger. Dieser trifft nicht nur Erwachsene sondern gleichermaßen und doch härter die Kinder und Babys. Besonders letztere erleiden dauerhafte Schädigungen durch Unterernährung und Folgekrankheiten. Der Hunger erzwingt unmenschliche Kompromisse, Dreck z.B. hat sich auf der Speisekarte der Armen durchgesetzt. Es bleibt nur verseuchtes Trinkwasser und “Schlammkuchen”, auf Haiti auch “harter Biskuit” genannt.

ALLE 5 SEKUNDEN STIRBT EIN KIND AN HUNGER UND FOLGEKRANKHEITEN.

Dabei müssten eigentlich rein statistisch gesehen doppelt so viele Menschen von der Weltlandwirtschaft zu ernähren sein, als momentan existieren. Wieso kommt es dann trotzdem zu Hunger und Armut?

  • Ein Grund ist der “Strukturelle Hunger”:  Er ist auf die unterentwickelten Produktionsstrukturen der ärmeren Länder zurückzuführen. Da den Menschen die Mittel wie z.B. Traktoren und Dünger fehlen, fallen die Erträge  vermindert aus. Wegen der Verschuldung können Staat und Privatperson nicht investieren.  Durch den Zwang der Weltwährungsfonds wird Druck auf diese Länder gemacht, diese Schulden zu bezahlen. Dies geschieht am besten mit sogenannten “Kolonialgütern”, also Exportwaren, wie z.B. Baumwolle. Deshalb sind die Felder wiederum für den Anbau anderer Früchte blockiert. Deswegen müssen in den Entwicklungsländern selbst ca. 70% der Lebensmittel importiert werden. Um die Finanzkrise mit milliardenschweren Bürgschaften zu bekämpfen, kürzte man die Beträge zum World-Food-Programm der UN um fast die Hälfte. Das “Agrardumping”, also die Exportsubventionen der reicheren Länder unterstützen, dass ein Überfluss an Ertrag entsteht. Dieser wird in ärmere Länder transportiert und unschlagbar billig verkauft, weshalb heimische Produkte nicht mal den Hauch einer Chance haben. Nach dem Immobiliensektor haben viele Banken ihren Kurs auf den Agrarsektor gerichtet. In Schweizer Banken z.B. liegen “Exchange”-Zertifikate für Reis aus, eine Art Wette  auf den Reispreis.  Je mehr Teilnehmer registriert werden, desto höher steigen die Preise weltweit. Menschen in Slums können sich bei solchen Preisexplosionen garantiert nichts mehr leisten.
  • Auch Kriege und Naturkatastrophen wirken sich vernichtend auf die Lebensverhältnisse aus: Es entsteht der sogenannte “konjunkturelle Hunger“, da die Wirtschaft dann plötzlich zusammenbricht.

Wenn man von diesen weit entfernten Zuständen hört, fragt man sich doch, weshalb nichts unternommen wird …oder etwa nicht? Gibt es immer noch die “klassische Ignoranz” des Westens gegenüber dem Elend in ärmeren Ländern? Eine Umfrage unter Jugendlichen, die sich unter anderem auf ihr Konsumverhalten bezieht, gibt darauf klare Antwort:

Unbenannt

Es steht also fest, dass die Jugendlichen hierzulande sich durchaus Gedanken über die Probleme der armen Menschen machen. Eigentlich doch sehr ungewöhnlich für eine Stadt wie Freiburg, in der die Einkaufsstraßen gar kein Ende zu nehmen scheinen. Eine Stadt,  in der “Shopping” genauso wichtig ist wie Fußball.

Trotzdem ist die Bereitschaft,  zu helfen da:

Die meisten Jugendlichen schlugen vor, durch Boykott Druck auf die Hersteller auszuüben. Darüber hinaus sollen die Parteien sich für die Interessen der Verbraucher einsetzen. Durch Demonstrationen soll gezeigt werden, dass die Politik sich ändern muss:

Z.B. sollen Börsenspekulation mit Agrarprodukten verboten, Exportsubventionen abgeschafft werden. Das Budget für die Entwicklungshilfe muss erweitert und die Totalentschuldung der ärmsten Länder ermöglicht werden. Man könnte seriöse Organisationen mit Spenden unterstützen, die Bildung ermöglichen.

Es gibt also  viele Wege, was zu tun. Wer sich heute in einer “Spaßgesellschaft” traut Menschen, die es schlechter haben, zu helfen, beweist Zivilcourage.  Und es ist an der Zeit, dass wir  stehenbleiben, erkennen und verändern. Es darf nicht vergessen werden, dass gerade jetzt- im Zuge der Globalisierung- fast alles möglich ist. Nicht, dass wir uns eines Tages selbst an einem Punkt befinden, wo wir dringend Hilfe brauchen und uns fragen, wieso es so weit kommen musste.

Nur wird dann niemand da sein, der antwortet.

Autor:  Alia Pervez

Quellen:

Artikel:


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  • Outtakes: (folgen)


  • Bilder, die man gut zum Illustrieren des Artikels verwenden könnte:

Das Problem, bei dem Thema ist: Eigene Bilder schießen ist nur eingeschränkt möglich. (da mein Artikel das Thema Kinderarmut,-arbeit, Ausbeutung in ärmeren Ländern behandelt). Daher bitte ich, es zu entschuldigen, falls die später folgenden “eigenen Bilder”  nicht gefallen sollten!

  • Allgemeines :
Wikipedia/Weltarmut

Wikipedia/Weltarmut

  • Betroffene:

flickr/ shashish

flickr/ shashish

Bilder:
  • http://www.flickr.com/search/?l=cc&mt=all&adv=1&w=all&q=kinderarbeit&m=text
  • http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Weltarmut.png&filetimestamp=20050609212639